Tiere der Eiszeit – die Welt von Wollhaarnashorn und Höhlenlöwe

Eine Sonderausstellung des Naturhistorischen Museums zeigt von 2. April bis 31.Oktober 2022 die Ikonen der Eiszeit.

Das populäre Bild der Eiszeit ist von verschneiten, weißen Landschaften geprägt. Die moderne Forschung korrigiert dieses Bild aber deutlich. Im Sommer ergrünte die Mammutsteppe und ernährte riesige Mammutherden mit ihren saftigen Kräutern. Über die baumlose Steppe fegte allerdings der Wind und wirbelte Staub auf, der heute als Löß die Landschaften des Weinviertels charakterisiert. Tief unter den mächtigen Schichten aus Flugsand warten noch heute Zähne und Knochen einer verschwundenen Tierwelt auf ihre Entdeckung. In der Fossilienwelt Stetten zeigt das Naturhistorische Museum Wien nun in drei Vitrinen Ikonen der Eiszeit, wie Höhlenlöwe, Höhlenbär, Steppenbison, Riesenhirsch und Wollhaarnashorn.

Einzigartig für Österreich ist die Mammutjägerstation von Ruppersthal am Wagram. Hier lagerte vor 21.500 Jahren eine Gruppe von Jägern, die mit Feuersteinklingen Mammutkadaver zerlegten und die Knochen anschließend achtlos verstreuten. Auf einer Fläche von 10 x 10 Metern legte das Naturhistorische Museum schon 1970 die Fundstelle frei und konnte die Knochen im Verband bergen. Erstmals ist nun ein neu präparierter Ausschnitt der originalen Fundsituation der Mammutjägerstation ausgestellt.

Höhepunkt der Sonderschau sind die 3 Meter langen Stoßzähne eines Mammutbullen, die 2016 beim Autobahnbau bei Bullendorf in Weinviertel freigelegt wurden. Die Zähne waren in zahlreiche Stücke zerbrochen und mussten monatelang präpariert werden, bevor die einzelnen Teile wieder zusammengeklebt und Fehlstellen ergänzt werden konnten. Aufgrund der guten Erhaltung und der umfangreichen wissenschaftlichen Dokumentation zählen die beiden prächtigen Stoßzähne zu den bedeutendsten Mammutfunden Österreichs.

Flyer „Tiere der Eiszeit – Sonderausstellung 2022“